ETF verkaufen Kosten - Wann und warum ETFs verkaufen?

Wann ETF verkaufen erklärt

Das Wichtigste zum ETF Verkauf in Kürze:

– auch als langfristiger Investor kann ein ETF Verkauf sinnvoll sein

– Die Frage „Wann ETF verkaufen?“ ist dabei aber entscheidend, da es auf die Situation ankommt

– Grund für die Überlegungen eines ETFs Verkaufs ist größtenteils eine höhere Rendite

– ETFs auf heißgelaufene Sektoren können sich für Teilverkäufe eignen

– Für Einsteiger kann ETF verkaufen und wieder kaufen aus Steuergründen attraktiv sein

– eine Depotumstrukturierung oder Strategieänderung kann mit einer ETF Reduzierung einhergehen

– langfristig deutlich schlechter als sein Index oder der Markt zu performen ist ein Verkaufsgrund für einen ETF

– alle ETF Verkaufen Kosten, die bei einem ETF anfallen, erklärt

Wann und warum ETF verkaufen?

Die Frage „Warum ETFs verkaufen?“ wird durchaus häufig gestellt. Eine allgemeine Antwort gibt es, wie bei vielen Dingen, auch hier nicht. Aus Sicht eines langfristigen Investors steht aber schon einmal fest, dass wir eigentlich bestrebt sind ETFs möglichst langfristig zu halten. Trotzdem gibt es einige gute Gründe, sich die Frage „Wann ETF verkaufen?“ zu stellen, die nachhaltig zu einer besseren Performance führen könnten.

1. Teilverkäufe, wenn der Markt heiß gelaufen ist

Wenn ein Markt in untypisch kurzer Zeit extrem stark ansteigt, ohne dass dies real begründbar wäre, spricht man von einer Überhitzung des Marktes. Bei Einzelaktien kommt so eine Überhitzung häufiger vor, jedoch können auch ETFs überhitzen. Dabei sind nicht ETFs auf zahlreiche Branchen mit mehr als tausend Aktien gemeint, eine Überhitzung ist hier eher unrealistisch, die Wachstumschancen sind auch eher konservativ.

ETFs auf Nischenwerte, insbesondere im technologischen Bereich, bieten starke Wachstumsphantasien. Zudem ist es nicht unüblich, dass positive Meldungen einer Aktie, dafür verantwortlich sind gleich mehrere Werte positiv zu beeinflussen. Häufen sich positive Nachrichten in einem aufgeschlossenen Marktumfeld, kann ein sich selbst verstärkender Hype entstehen. Anstatt einer Aktie aus dem ETF, sorgen plötzlich alle Werte aus dem ETF für hohe Kursprünge.

Die Angst etwas zu verpassen und die Zukunftsphantasien locken meist nur noch weitere Anleger an, die die Kurse abermals in die Höhe treiben lässt. Falls der zugehörige Index also seit Wochen um mehrere Prozent steigt, ist die Gefahr einer Überhitzung des Marktes groß. Nun ist es oftmals kein schlechter Rat, einen kleinen Teil der ETF Position zu verkaufen.

Falls der Markt korrigiert, hat man anschließend genug Kapital zum Nachkauf, läuft der Markt langfristig so weiter, tut einem der kleine Verkauf auch nicht weh. Wer sich also fragt „Wann ETF verkaufen?“, hat nun eine Antwort.

Hervorzuheben ist allerdings, dass in einem heiß gelaufenen Markt trotzdem nicht die ganze Position veräußert werden sollte, da weiterhin steigende Kurse ohne Beteiligung nicht schön anzusehen sind und eine baldige Korrektur keinesfalls gewiss vorherzusagen ist.

2. Aus Steuergründen den Freibetrag nutzen

Da sich ETFs besonders gut für Einsteiger eignen, kann es mit verhältnismäßig kleinen Einsätzen aus Steuergründen durchaus Sinn ergeben ETFs zu verkaufen oder zu verkaufen und anschließend wieder zu kaufen. Konkret ist damit der Freibetrag für Kapitalerträge gemeint, der aktuell bei 801 Euro pro Person und 1602 Euro pro Ehepaar liegt.

Als Einsteiger liegt man oft noch unter dieser Grenze, da mit der Zeit aber das eingesetzte Kapital wächst, ist es wahrscheinlich früher oder später über die Freigrenze zu kommen. Anschließend müssen auf jeden Euro mehr Zinsgewinn, 26,25 % Kapitalertragssteuer gezahlt werden. Wer nun ETFs mit Zinsgewinnen hält und noch Platz in seiner Freigrenze hat, kann überlegen diese auszunutzen.

Ist Person A mit einem ETF also beispielsweise 1000 Euro im Plus und verfügt noch über 500 Euro Freibetrag, führt ein Verkauf mit direktem Wiedereinkauf zur vollen Ausnutzung des Freibetrags. Verkauft Person A die komplette ETF Position nun im nächsten Jahr, werden die Zinsgewinne höchstwahrscheinlich im Bereich um die 500 Euro, also unter der Freigrenze liegen.

Ohne einen Verkauf wären die Zinsgewinne in dem Jahr bei etwa 1000 Euro. Auf 1000-801 Euro würden also 26,25 % und damit etwa 53 Euro Steuern anfallen. Nun muss aber geprüft werden, wie hoch die Transaktionskosten für den Verkauf und sofortigen Wiedereinkauf liegen. Sind diese deutlich unter den Steuerersparnissen, kann sich der Mehraufwand durch ETF verkaufen und wieder einkaufen lohnen.

3. Reduzierung der Indexfonds wegen einer Depotumstrukturierung

Auch aus Strukturierungsgründen kann ein ETF Verkauf Sinn ergeben. Falls einige Indexfonds beispielsweise eine zu hohe Gewichtung erlangt haben oder die Strategie weg von ETFs und verstärkt in Richtung Einzelaktien gelenkt werden soll, führt der Weg zumindest an Teilverkäufen kaum vorbei.

„Wann ETF verkaufen?“ hängt dabei ganz von der eigenen Strategie ab. Bei einer langsamen Reduzierung des ETF Anteils, werden nur nach und nach Anteile verkauft. Wird das Geld aus dem ETF für ein anderes Investment benötigt, muss der Verkauf zeitnah stattfinden.

4. Dauerhaft schlechte Performance

Falls der eigene ETF aus unersichtlichen Gründen langfristig immer deutlich schlechter als sein Index oder der gesamte Markt performt, ist es als renditeorientierte Investor natürlich ihre Pflicht dem nachzugehen. Ein offensichtlicher Grund könnten vergleichsweise hohe Kosten oder eine dauerhaft schlechte Relikation des Indizes sein.

In beiden Fällen sollte die Konkurrenz hinsichtlich besserer Alternativen geprüft werden. Falls Sie keine verständlichen Antworten auf die Underperfomance finden, ist ein ETF Verkauf oder Austausch die einzige Lösung. Hält die Underperformance schon längere Zeit an, sollten Sie spätestens bei geeignetem Ersatz sofort verkaufen.

Die ETF verkaufen Kosten geprüft

Bei einem ETF fallen beim Verkauf in der Regel ähnliche Kosten wie bei einem Aktienverkauf an. Zunächst kommt es zur Erstellung der ETF Verkaufsorder. Bei einer Limit-Order wird dabei ein Preis gesetzt der etwa dem aktuellen Marktpreis entspricht.

Liegt da Limit unter dem Marktpreis, wird die Transaktion sofort ausgeführt. Die ETF verkaufen Kosten setzten sich an den meisten Börsen dabei aus einer Pauschale in von wenigen Euro, sowie einem sehr kleinen Prozentsatz mit Beteiligung am Volumen der Order zusammen.

Zusätzlich kann es Abweichungen in der Geld-Briefspanne geben, sodass man nicht ganz zum Marktpreis verkaufen kann. Neben den Ordergebühren und der Geld-Brief Spanne stellen auch Steuern externe Kosten dar, die in Höhe von 26,25 % bei einem Verkauf anfallen.

Externe Kosten dürfen dabei nicht mit den jährlichen, internen Kosten, die in der Kennzahl Total Expense Ratio (TER) zusammengefasst sind, verwechselt werden. Die Summe aus internen und externen Kosten bezeichnen die Gesamtkosten eines ETFs.

ETF verkaufen Kosten erklärt