ETFs und Risiken einfach erklärt - Was ist ein Indexfonds

ETFs einfach erklärt Handy
  • Risiko der Anlage: gering
  • Liquidität der Anlage: hoch
  • Benötigtes Geld: sehr hoch

Aktuelle Investmenteinschätzung: Gutes Markt- und Zinsumfeld

Passendes Zitat zu ETFs: „Am meisten machen wir falsch, wenn wir alles richtig machen wollen“ Helga Schäferling

Auf dieser Seite werden ETFs einfach erklärt. Oftmals tritt währenddessen auch die Frage „Was ist ein Indexfonds?“ auf. Tatsächlich sind sogenannte Exchange Traded Funds elektronisch verwaltete Fonds (ETFs), die möglichst genau einen Index nachbilden sollen, es gibt also mehrere Bezeichnungen für dasselbe Produkt.

Bei ETFs handelt sich also um eine Mischung aus Aktien und Fonds, die an der Wertentwicklung eines Indexes möglichst vollständig partizipieren soll. Diese sogenannten Indexfonds sollen dabei möglichst kostengünstig in der Transaktion sein, während durch die Abbildung eines kompletten Indexes aber schon eine gewisse Diversifikation erreicht wird.

ETFs werden wie Aktien oder Fonds an der Börse gehandelt, können aber auch Indizes anderer Anlageklassen nachbilden. Diese Indexfonds werden von Banken oder größeren Fondsgesellschaften verwaltet. Zu den bekanntesten Marken gehört iShares von Blackrock, Xtrackers der DWS und Lyxor der Société Générale. Der endgültige Durchbruch der ETFs erfolgte in den 2000er Jahren.

Sie sollten einen einfachen und günstigeren Einstieg an der Börse, als die bis dato dominierenden Fonds, ermöglichen und damit zur starken Konkurrenz werden. Bei einem Fonds handelt es sich um eine Zusammenlegung des Geldes von vielen Anlegern. Dieses wird von einem Fondsmanager verwaltet, der durch kluge Investitionen eine bessere Performance als der Gesamtmarkt erwirtschaften soll. Dabei verfolgt er eine klare Strategie und bildet nicht nur einen Index ab.

Für seinen Arbeitsaufwand fallen im Vergleich zu ETFs relativ hohe Gebühren an. Auf lange Sicht gelingt eine bessere Performance jedoch nur einem Bruchteil der Geldverwalter, für Anleger sorgen die erhöhten Gebühren zusätzlich für Renditeminderungen, sodass nur wenige Fonds ein besseres Investment als ETFs sind. Trotzdem gibt es auch ETF Risiken, da eine hohe Rendite nicht ohne Risiko funkioniert.

Welche Arten von Indexfonds gibt es?

Die Frage „Was ist ein Indexfonds“ ist nun geklärt. Dabei kann man Indexfonds in erster Linie anhand zwei Kriterien unterscheiden. Zum einen geht dies über die Ausschüttungsart, welche „ausschüttend“ oder „thesaurierend sein kann. Des Weiteren können ETFs auf vier verschiedene Weisen zusammengestellt werden, was als sogenannte Replikationsmethode bezeichnet wird.

Ausschüttender ETF

Erwirtschaftet ein Unternehmen Gewinne, schütten die meisten der Unternehmen eine Dividende aus. Ein ETF hält Einzelaktien dieser Unternehmen. Fallen Dividenden an, werden diese bei einem ausschüttenden ETF für jeden ETF Anteil gebündelt und dann wie eine Dividende an den Anleger ausgeschüttet.

Thesaurierender ETF

Fallen in einem thesaurierenden ETF Dividenden an, werden diese direkt wieder angelegt. Diese ETFs sind also für die langfristige Anlage gedacht und profitieren bei einer positiven Wertentwicklung vom Zinseszinseffekt.

Vollständig replizierender ETF

Bei einem vollständigen Indexfonds erfolgt der Nachbau des Indizes 1 : 1. Jedes Unternehmen des Index ist im ETF zu der jeweiligen Gewichtung enthalten. Geht die Fondsgesellschaft pleite, ist dies für die Anleger kein Problem, da ETFs zum Sondervermögen gehören. Nachteile dieser Methode ist der Nachbau von Indizes mit einer Vielzahl von Werten, sodass durch viele Transaktionen höhere Kosten entstehen.

Synthetisch replizierender ETF

Ein synthetisch replizierender ETF besitzt die Wertpapiere nicht selbst, sondern bildet den Index durch einen Tausch oder Derivategeschäft ab. Durch eine Swapgebühr an eine Bank garantiert diese im Gegenzug die Rendite + Dividendenzahlungen des Indexes. Dadurch kann der Index oftmals kostengünstiger nachgebildet werden.

Da das Konzept allerdings nicht so leicht nachzuvollziehen ist, sind Anleger meist skeptischer. Ein erhöhtes Risiko besteht aber, da die Bank theoretisch zahlungsunfähig werden kann. Danach kann es sein, dass ein Teil des eingesetzten Fondskapitals, trotz Sicherheiten bei der Bank, verloren geht.

ETCs

Strenggenommen handelt es sich bei ECTs (Exchange Traded Commodities) nicht um ETFs. Ein ECTs investiert in einzelne Edelmetalle oder Rohstoffe. Ein ETF darf nur in mehrere Edelmetalle oder Rohstoffe investieren, da laut Regelung bei einem Indexfonds auch eine Diversifizierung vorliegen muss.

ECTs umgehen diesen Weg und fungieren als eine Anleihe mit unbegrenzter Laufzeit, die mit Edelmetallen oder Rohstoffen besichert ist. Insgesamt entstehen dadurch geringe Kosten und eine transparente Anlage. Allerdings handelt es sich bei ETCs nicht um Sondervermögen, sondern der Anleger übernimmt das Risiko. Durch die hinterlegten Sicherheiten, soll so ein möglicher Fall abgefedert werden.

ETF nach Sampling Methode

Bei der Sampling-Methode wählt die Fondsgesellschaft nur die Aktien aus, die den größten Einfluss auf den Index haben. Dies spart Transaktionskosten, verringert aber auch die Diversifikation. Die Wertpapiere werden dabei tatsächlich besessen, gehören also zum Sondervermögen. Es ist jedoch zu beachten, dass sich Verluste oder gar eine Insolvenz eines der ausgewählten Unternehmen, natürlich deutlich schwerer auf die Performance auswirken.

Die Geschichte der Indexfonds

Die Idee von ETFs geht bis ins Jahr 1900 zurück. Damals erforschte der Mathematiker Bachalier Aktienbewegungen. Er kam zu dem Schluss, dass aufgrund der ständigen und willkürlichen Kursbewegungen, die Chance den Markt zu schlagen bei 50 Prozent liege. Damals wurde er für diese Theorie belächelt, der amerikanische Ökonom und Nobelpreisträger Harry Markowitz griff diese Theorie in den 1950er Jahren jedoch auf.

 

Daraus entstand seine berühmte Portfoliotheorie: Ziel einer Anlage sollte nicht die Maximierung der Rendite, sondern die Reduktion des Verlustrisikos durch ein breit gestreutes Portfolio sein. Damit war der Grundstein für ein passives Investment in Indexfonds gelegt, der erste ETF wurde aber erst in den 1970er Jahren von Wells Fargo aufgelegt.

 

Dieser war jedoch nur institutionellen Investoren vorbehalten. Aufgrund mühseligem Handel und schlechter Liquidität allerdings noch weit entfernt von heutigen ETFs. Wenige Jahre später legten zwei amerikanische Unternehmer mit der Vangard Group den ersten ETF für Privatinvestoren Vanguard 500 auf, der allerdings noch nicht an einer Börse gehandelt werden konnte.

Durchbruch trotz Pressekritik

Obwohl dieser von der damaligen Presse als Wertpapier mit Anspruch zum Mittelmaß abgestempelt wurde, erfreute sich der Indexfonds großer Beliebtheit und war zur Jahrtausendwende der größte ETF der Welt. Der erste börsennotierte und damit „richtige ETF“ wurde bereits 1990 in Kanada an der Börse Toronto gelistet. Drei Jahre später führte auch die amerikanischen Börsen in Form von Blackrock ihren ersten ETF ein.

2000 gelangte die Anlageform des Indexfonds auch nach Europa und feierte ihren endgültigen Durchbruch. ETFs auf europäische, deutsche und weltweite Aktien kamen auf den Markt. Auch ETFs auf Anleihen und weitere Finanzprodukte ließen nicht lange auf sich warten, sodass 2012 an der bekanntesten deutschen Börse XETRA nun mehr als 1000 ETFs gelistet waren.

2020 gibt es bereits über 1600 ETFs und der Markt sowie die zugehörigen Sparpläne gewinnen weiter an Beliebtheit, das ETFs einfach erklärt werden können und besonders bei Einsteigern ein hohes Ansehen genießen.

ETF Regeln - Drei Grundsätze für ein Investment

Anlagevolumen über 100 Mio.

Um für den Herausgeber profitabel zu sein, sollte das insgesamt investierte Kapital nicht unter 100 Millionen betragen, da der Verwalter sonst irgendwann abspringen könnte. Zusätzlich wird so eine gewisse Liquidität gewährleistet, sodass Käufe und Verkäufe problemlos getätigt werden können.

Auflagedatum vor 5 Jahren

Ab einem fünf Jahre alten Indexfonds kann schon relativ verlässlich die jährliche Wertentwicklung abgebildet werden.

Zusätzlich geht mit einem älteren ETF oftmals auch eine erhöhte Bekanntheit und damit auch eine höhere Liquidität einher.

Wertentwicklung der letzten Jahre

Als renditeorientierter Investor , sollte eine hohe und beständige Rendite angestrebt werden.

Deshalb sollte ein ETf mindestens fünf Jahre gelistet sein, um die Renditemöglichkeiten für die Zukunft grob einschätzen zu können.

Welche ETF Risiken gibt es?

Liquiditätsrisiko

ETFs erobern ständig neue Anlageklassen. Privatinvestoren bekommen so einfachen Zugang, sollten sich aber auch der ETF Risiken bewusst werden. Viele ETFs sind mittlerweile liquider als die enthaltenen Wertpapiere selbst.

Prinzipiell ist ein gutes Zeichen, durch Panikverkäufe in einer Krise sowie die schwierige faire Wertermittlung des ETFs kann diese Liquidität aber auch schnell verloren oder nur unter dem fairen Wert des Wertpapiers erfüllt werden.

Marktrisiko

ETFs unterliegen wie alle Wertpapiere dem Marktrisiko. Bei Krisen, Konjunkturschwächen, Zinserhöhungen und kontraktiver Geldpolitik oder ähnlichen Szenarien werden ETFs wie der gesamte Markt nur selten eine positive Rendite erzielen.

Da die wenigsten ETFs die gesamte Weltwirtschaft abbilden, können aber auch Branchen oder Länderrisiken negative Auswirkungen speziell auf einzelne ETFs haben.

ETF Risiken erklärt

Währungsrisiko

Wird in einen ausländischen ETF mit einer anderen Währung investiert, können Währungsschwankungen oder langfristige Währungsabwertungen die Rendite mindern oder auch steigern. Wer in ETFs mit schwachen Währungen investiert ist dabei eher auf der unsicheren Seite und ETF Risiken ausgesetzt, während Euro und Dollar zu den stabilsten Währungen gehören.

Ungünstige Indexabbildung

Ein ETF wird in der Regel nie 100 % wie sein Index laufen, da es immer einen gewissen Tracking-Error (Abweichungsfehler) geben wird. Die Performance ist dabei aufgrund der Kosten auch eher immer leicht unterhalb des Indexes anzusetzen. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, sodass durch geringe Kosten, Sampling Effekte oder Wertpapierleihe die Performance sogar über dem des Indexes liegt.

Langfristig sollte der negative Tracking-Error dabei möglichst gering sein und vor allem über die Jahre nicht stetig größer werden. Zudem gibt es Gefahren bei einem ETF mit Sampling-Methode. Steigende Wertpapiere werden prozyklisch immer stärker gewichtet, was den Kurs treibt und die Diversifizierung verringert. Irgendwann kann es dann zu einer harten Korrektur mit hohen Kursverlusten aufgrund der hohen Gewichtung geben.

Spezielle Risiken

Bei ETFs sollten auch noch weitere Dinge beachtet werden. Beispielsweise sollten Sie sich als Anleger keine besonderen Angebote andrehen lassen. Seien Sie lieber skeptisch und kaufen etablierte ETFs mit Auflagedatum vor über fünf Jahren. Die meisten ETFs neuer Anbieter gibt es nämlich dann nur auch eine kurze Zeit, ehe diese doch den Konkurrenzkampf gegen besser aufgestellte und etablierte Fondsgesellschaften verlieren.

Zudem sollten Ihnen bewusst sein, dass auch fünf Jahre Wertentwicklung an der Börse keine lange Zeit sind. Insbesondere in Zeiten der niedrigen Zinspolitik der letzten Jahre ließ Anleihenrenditen explodieren, aufgrund des bereits geringen Zinsniveaus ist so etwas in Zukunft aber eher unrealistisch. Auch Aktien profitierten davon, könnten beispielsweise zukünftig aber durch Zinserhöhungen im Wachstum gebremst werden.

Als Anleger eines physischen ETFs sollten Sie zudem über den Verleih von Wertpapieren informiert sein. Kann der Schuldner seiner Schuld nicht nachkommen, reichen die Sicherheiten oft nur für eine Teilkompensation der Verluste. Andererseits können Sie bei erfolgreichen Deals natürlich auch profitieren.

Anleger eines Swap ETFs sollten das bereits erwähnte Insolvenzrisiko der Bank nicht unterschätzen. Bei großen Banken ist dies jedoch sehr selten. Allerdings könnte die Bank, wenn diese beispielsweise als Mutterkonzern der Fondsgesellschaft handelt, überhöhte Gebühren verlangen und deshalb den angeblich kostengünstigeren Swap ETF kostentechnisch nicht mehr attraktiv machen.

Welche Chancen bieten Indexfonds?

Langfristig ist es fast fahrlässig nicht den Zinseszinseffekt zu nutzen. Auch wenn ein Investment in Aktien keine Raketenwissenschaften sind, ist der Respekt vor so einem Investment für viele oft zu groß. Dem wirken Indexfonds entgegen, da ETFs einfach erklärt werden können:

Wer beispielsweise an anhaltendes weltweites Wirtschaftswachstum und damit auch an Zunahmen der Gewinne glaubt, braucht nur einen ETF zum MSCI World kaufen und abzuwarten.

Eine ausgeklügelte Strategie Timing oder ein „Abschalten der Gefühle“ für ein bestehen auf den Aktienmärkten ist nicht nötig.

Was ist ein Indexfonds erklärt

Indexfonds als Sondervermögen

Wie bei den meisten Fonds auch sind ETFs Sondervermögen. Bei einer Insolvenz des ETF Herausgebers wird das ETF Vermögen getrennt behandelt, sodass ein Risiko durch Konkurs nicht besteht.

Indexfonds als Sparplan

Insbesondere für Einsteiger oder Kleinanleger ist ein Sparplan perfekt für monatliches Sparen. So kann regelmäßig Geld zurückgelegt werden, das zudem noch verzinst wird. Dadurch kann jeder langsam Vermögen ansparen, ohne viel Zeit und Aufwand. Aufgrund dieser tollen Möglichkeit gehen wir zu diesem Thema auf unserer Seite zu ETF Sparplänen mehr ins Detail.

Günstige Transaktionskosten

Im Vergleich zu Fonds besitzen ETFs sehr geringe Transaktionskosten. Während Fonds Aufschlaggebühren (ca. 5 %), Verwaltungsgebühren (ca. 1,5 % jährlich) und Umschichtungsgebühren (unterschiedlich), gibt es bei ETFs nur beim Kauf Transaktionsgebühren in Höhe einer Pauschale und eines kleinen Prozentsatzes (ca. 2 Euro + 0,02 %). Die laufenden Kosten berufen sich auf sehr kleine Prozentbeträge.

Hohe Diversifikation

ETFs glänzen ebenfalls mit hoher Diversifikation. Während insbesondere Anfänger eine gute Diversifikation bei Aktien unterschätzen, nimmt einem der Indexfonds diese ab. Die meisten Indizes haben mindestens 30 Werte, sodass schonmal eine gute Grundlage gelegt ist. Ein ETF auf den weltweiten Markt ist diversifikationstechnisch dabei fast nicht zu schlagen.

Transparente Zusammensetzung

Im Gegensatz zu einem Fond ist bei einem ETF die „Strategie“ und Zusammensetzung immer genau einsehbar. Täglich ist die aktuelle Zusammensetzung einsehbar, anhand des Namen bzw. nachzubildenden Index ist strategische Ausrichtung zu erkennen.

Ein Fondsmanager veröffentlicht dagegen unregelmäßiger die aktuelle Zusammensetzung des Portfolios. Des Weiteren sind „Entscheidungen nach Gefühl“ nicht vermeidbar, eine hundertprozentige Einhaltung ist hier selten gegeben.

Weitreichende Möglichkeiten

Wie bei Aktien gibt es sehr viele verschiedene ETFs zu den unterschiedlichsten Branchen und Ländern. Unter den Indexfonds gibt also ebenfalls weitreichende Möglichkeiten zur Diversifikation.